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Stubenreinheit

Stubenreinheit

 

Nachdem der Welpe nun bei Ihnen zu Hause eingezogen ist, stellen Sie sich sicherlich die Frage „wie sie den Zwerg stubenrein bekommen“.

Wie das allerdings in vielen Familien üblich ist/war, kommt Ihnen der Spruch ihrer Großel­tern oder Eltern gleich ins Gedächtnis. „Du musst den Hund mit seinem Kopf in seine Hin­terlassenschaften drücken. Da merkt er schon, dass DAS nicht hierher gehört.“

Stellen Sie es sich doch mal so vor: Wie hätte es Ihnen gefallen, wenn Sie als Baby oder Kleinkind mit dem Gesicht in Ihre vollgelaufene Windel gedrückt worden oder wenn Ihnen die nasse Hose um die Ohren gesaust wäre? Genau so fühlt sich das kleine Energiebündel, welches aus seiner vertrauten Umgehung entrissen wurde und nun die Umwelt völlig neu ent­decken muss.

Eigentlich gibt es kein genaues Rezept, um seinen Hund stubenrein zu bekommen. Es gehört eine Menge an Mut, Respekt und Ignoranz dazu, verbunden mit viel Liebe und Ausdauer.

Halten Sie sich vor Augen, ein Welpe muss nach dem Schlafen, Essen, Spielen und Ruhen und natürlich hin und wieder zwischendurch ins Freie. Das Schönste für einen Hund ist, wenn ihn sein Besitzer ausgiebig für gute Sachen lobt. Auch wenn es Ihnen albern vorkommt, der Welpe wird sich freuen, wenn er belohnt wird für die Erledigung seines Geschäftes in der Natur.

Gehen Sie danach nicht gleich wieder nach Hause. Spielen und Toben Sie noch eine Weile. Ein Welpe will am liebsten Fressen, Schlafen und Spielen. Und da wir ihm das Lösen im Freien so richtig schmackhaft machen wollen, ist es doch sinnvoll, den Hund danach noch eine Weile draußen zu beschäftigen.

Für den Welpen gibt es nichts Schlimmeres als Trennungsschmerz. Sie als Haus- und Grund­stücksbesitzer haben es daher auch nicht leichter. „Tür auf, Hund raus, er erledigt Geschäft, Hund wieder rein und Tür zu“ funktioniert nicht. Er wird Sie mit tränenden Augen anschauen nachdem er schwanz-wedelnd aus der Tür marschiert ist und auf dem Hintern warten bis Sie nachkommen. Er wartet so lange bis sie ihn wieder hereinholen und ich höre Sie jetzt schon sagen: „Ups, schon wieder. Warst du nicht gerade?“.
 
Natürlich kann es hin und wieder vorkommen, dass das ein oder andere Pfützchen oder Häuf­chen doch in der heimischen Wohnstube landet oder Sie beim Gang in die Küche auf eine Tretmiene stoßen. Voller Wut kommt Ihnen dann der Welpe gerade richtig, um ihm deutlich klar zu machen, dass DIES nicht hierher gehört. Auch hier müssen Sie sich im Klaren sein, dass Sie den Hund dafür bestraft haben, dass er zu Ihnen gekommen ist. Dafür, dass er Ver­trauen aufbauen soll, haben Sie ihm gerade gegen den Kopf gestoßen.

Ein kleiner Tipp, welcher in so einer Situation hilfreich sein kann. Schicken Sie den Welpen in ein anderes Zimmer, zu einem anderen Familienmitglied. Machen Sie die Hinterlassen­schaft ohne Kommentar weg. Ist der Hund bei der Beseitigung anwesend, ignorieren Sie ihn. So merkt der Zwerg, dass es Ihnen egal ist und er für dieses Handeln keine Aufmerksamkeit bekommt. Sie dürfen dabei nie vergessen, der Hund kann ihre Reaktion auf sein Häufchen, welches er vor einer Minute erledigt hatte, nicht mehr miteinander verknüpfen.

Viel Glück!!